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Programm

Plenarsitzungen

Eröffnungsplenum am Donnerstag

Paradigmen der Krankenhausseelsorge – was brauchen wir für die Zukunft?

Donnerstag, 16.03.2017, 9:00 Uhr - 10:30 Uhr

Vorsitz: Thomas Hiemenz

Referenten: JProf. Dr. Franziskus Knoll OP, Prof. em. Dr. Michael Klessmann, Wiltrud Stoer, Pfarrer Harald Richter

Ort: Hörsaal A, Klinikum "Rechts der Isar" der Technischen Universität München, Ismaninger Straße 22, 81675 München

Teil I: Seelsorge in der Spannung zwischen eigener Sendung, Spiritual Care und Personalreduktion (Franziskus Knoll OP)

Krankenhausseelsorge ist in erster Linie Beziehung und Begleitung. Es geht um Alltagspräsenz, Verwebung von Glaubens- und Lebensgeschichte sowie begleitende Präsenz in den Kontingenzerfahrungen. Angesichts empirisch abgesicherter Begleitungserwartungen, den Forderungen der modernen Gesundheitsindustrie nach Begleitungstransparenz sowie des wachsenden Interesses der Gesundheitsfachberufe an der Spiritualität als Teil ihrer eigenen professionellen Antwort (Spiritual Care), sehen wir uns als Seelsorgende mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert. Zeitgleich wird kirchlicherseits aus (selbstverschuldetem?) Personalmangel und zur Sicherung der Gemeindeseelsorge das Seelsorgepersonal im Krankenhaus reduziert oder komplett den Gemeinden zugeschlagen. Unter welchen Bedingungen können wir künftig eine qualitativ hochwertige Seelsorge im Krankenhaus sicherstellen? Welchen Beitrag wollen, können oder sollen Pflegende dazu leisten? Sprechen überhaupt (noch) Argumente für einen Verbleib der Krankenhausseelsorge allein in kirchlicher Hand?

Teil II: Die Fremdheit der Seelsorge im naturwissenschaftlich-technischen System Krankenhaus: Wie gehen wir damit um? (Michael Klessmann)

Von ihren biblischen Wurzeln und Zielsetzungen her ist christliche Seelsorge als eine Form religiöser Kommunikation im naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten System Krankenhaus fremd und befremdlich. Schlagwortartig gesagt: Das  medizinisch-pflegerische System orientiert sich am organischen Befund der Patienten, Seelsorge fokussiert auf die subjektive Befindlichkeit derer, die im Krankenhaus leben und arbeiten. Wie gehen wir, die Seelsorgenden, mit dieser Spannung um? Versuchen wir, die strukturelle Fremdheit persönlich zu reduzieren,  uns der Logik des Krankenhauses anzupassen und  möglichst wenig aufzufallen, oder nutzen wir den seelsorglichen Blick als produktive Herausforderung, um fremde (z.B. spirituelle oder biografische ) Perspektiven in das System einzuspielen und eine diakonisch-prophetische Rolle, z.B. bei ethischen Konfliktfällen oder im Blick auf im Krankenhaus benachteiligte Gruppen, einzunehmen?

Veranstaltungsnummer: 14

Plenarveranstaltung

Spiritual Care und klinische Seelsorge im Horizont globaler Gesundheitspolitik

Donnerstag, 16.03.2017, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr

Vorsitz: Prof. Dr. Traugott Roser

Referent: Prof. Dr. Simon Peng-Keller

Ort: Hörsaal A, Klinikum "Rechts der Isar" der Technischen Universität München, Ismaninger Straße 22, 81675 München

Die Integration spiritueller Aspekte in den globalen Gesundheitsdiskurs kann als „kleine Revolution“ betrachtet werden (A. Heller). Inzwischen wurde das Anliegen weltweit in vielen Ländern aufgenommen. Der Vortrag beleuchtet unterschiedliche Spiritualitätskonzepte und Spiritual Care-Modelle und fragt mit Blick auf die Aufgaben klinischer Seelsorge nach den Möglichkeiten, theologisch an sie anzuknüpfen.

Veranstaltungsnummer: 39

Abschlussplenum

„Zukunftsperspektiven: Wohin geht die Krankenhausseelsorge?“

Freitag, 17.03.2017, 11:00 Uhr - 12:30 Uhr

Vorsitz: Pastor Michael Brems, Dr. Dorothee Haart

Referenten: Pastor Sebastian Borck, Dr. Francesco de Meo, Prof. Dr. Christoph Jacobs, Prälat Dr. Peter Neher,

Ort: Hörsaal A, Klinikum "Rechts der Isar" der Technischen Universität München, Ismaninger Straße 22, 81675 München

Die Krankenhausseelsorge in Deutschland wird überwiegend von den beiden großen Kirchen getragen und verantwortet. Die Geistlichen sind dafür theologisch und pastoralpsychologisch ausgebildet und qualifizieren sich gemäß den Anforderungen des Gesundheitswesens stetig weiter. Allerdings kommen auf die Kirchen zukünftig nicht nur finanzielle Einschnitte zu, sondern auch der Nachwuchs an kirchlichem Personal wird absehbar weniger. Schon in wenigen Jahren wird der Bedarf an qualifizierter Seelsorge größer sein als die Zahl der zur Verfügung stehenden Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Folgende Fragen stellen sich:

  • Wie kann eine seelsorgliche Begleitung langfristig gewährleistet werden?
  • Welches Aufgabenprofil wird die Krankenhausseelsorge haben?
  • Welche Kompetenzen sind dafür nötig?
  • Welche Lösungswege müssten beschritten werden?

Hierzu diskutieren Verantwortliche aus Kirche, Krankenhaus und Forschung.

Veranstaltungsnummer: 66